3M1 Change-Request-Verfahren
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Strukturierte Schichtübergabe für reibungslose Abläufe
- Einführung
- Änderungsanfrage
- Ablauf
- Rollen
- Änderungsantragsformular
- Ablaufdiagramm
- Berichterstattung
- Verbesserung
- Schlussbemerkung
- Bestätigungen
Einführung
Der vorliegende Leitfaden legt ein strukturiertes Verfahren für Änderungsanträge im Bereich der Empfangs- und Eingangsdienste fest. Ziel ist es, jede Anpassung im Leistungsumfang, in betrieblichen Abläufen, in der Personaleinsatzplanung oder in technischen Systemen transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Die Umsetzung eines transparenten Änderungsantragsprozesses ist insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen wie dem Empfangs- und Eingangsdienst wichtig, um eine dauerhafte Gewährleistung der Servicequalität und Sicherheit sicherzustellen. Durch klare Regelungen zu Antragstellung, Prüfung, Genehmigung und Umsetzung wird sichergestellt, dass alle Änderungen kontrolliert ablaufen.
Dieses Verfahren erstreckt sich auf alle Aktivitäten rund um Empfangs- und Eingangsdienste, einschließlich dienstlicher Abläufe, Personaleinsatz (z.B. Schichtplanung und Personalstärke) sowie eingesetzter Sicherheitstechnik und Kommunikationseinrichtungen. Ziel ist es, ein transparentes und nachvollziehbares Vorgehen bei allen Änderungen zu etablieren, um Qualität und Kontinuität der Dienstleistung sicherzustellen. Diese Vorgehensweise entspricht den in der FM-Branche etablierten Standards und gewährleistet die Einhaltung relevanter gesetzlicher Vorschriften.
Die Hauptziele sind Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Rechenschaftspflicht bei allen Änderungsvorgängen. Keine Änderung wird ohne ausdrückliche Zustimmung des Auftraggebers umgesetzt. Dies stellt sicher, dass die Dienstleistungsqualität erhalten bleibt und die vertraglichen Anforderungen jederzeit erfüllt werden.
Änderungsanfrage-Richtlinie
Unter einem Änderungsantrag versteht man jede formelle Anfrage zur Modifikation des vereinbarten Leistungsumfangs, von Arbeitsabläufen, Personaleinsatz oder Ausstattung in den Empfangs- und Eingangsdiensten.
Änderungen können vielfältig sein. Im Wesentlichen werden drei Kategorien unterschieden:
Betriebliche Änderungen: Anpassungen von Dienstzeiten, Dienstübergaben, Abläufen bei Besucherempfang oder Paketannahme und sonstigen täglichen Prozessen.
Technische Änderungen: Anpassungen oder Erweiterungen der Zutrittskontrollsysteme, Schließanlagen, Kommunikationsanlagen (Telefon- und Gegensprechanlagen) oder sonstiger technischer Ausstattung (z. B. Videoüberwachung, Alarmsysteme).
Administrative/juristische Änderungen: Neue Berichtspflichten, Dokumentationsanforderungen, Compliance-Regelungen, Datenschutz-Anforderungen (z. B. Erfassung von Besucherdaten gemäß DSGVO) oder andere administrative Vorgaben.
Jede Änderungsanforderung muss schriftlich festgehalten, untersucht und genehmigt werden, bevor sie in die Praxis umgesetzt wird. Bis zur ausdrücklichen Zustimmung des Auftraggebers dürfen keine Änderungen vorgenommen werden. Dieses Verfahren stellt sicher, dass alle Änderungsanträge dokumentiert, geprüft und nur nach Zustimmung des Auftraggebers umgesetzt werden.
Ablauf des Änderungsantragsverfahrens
Antragseinreichung: Der Änderungsprozess kann von Seiten des Dienstleisters, des Auftraggebers oder durch die zuständigen Facility- oder Sicherheitsverantwortlichen initiiert werden. Ein standardisiertes Änderungsformular muss vollständig ausgefüllt werden (siehe Abschnitt 5) und gemeinsam mit allen relevanten Unterlagen eingereicht werden. Jeder Antrag erhält eine eindeutige Nummer zur Nachverfolgbarkeit.
Prüfung: Das Management des Dienstleisters nimmt eine erste Bewertung des Antrags vor. Es wird eine Auswirkungsanalyse erstellt, die Kosten, Personaleinsatz und Auswirkungen auf die Servicequalität berücksichtigt. Technische, organisatorische oder rechtliche Risiken werden ermittelt, und es erfolgt eine Einschätzung der langfristigen Betriebsstabilität. Der Prüfer dokumentiert die Ergebnisse und kennzeichnet den Antrag zur Freigabeempfehlung oder Ablehnung.
Genehmigung: Der vollständig ausgefüllte Änderungsantrag wird dem Auftraggeber vorgelegt. Der Auftraggeber prüft den Antrag und entscheidet formell über Genehmigung oder Ablehnung. Für genehmigte Anträge erfolgt die Unterzeichnung durch beide Parteien (bzw. Bestätigung per schriftlicher Mitteilung). Die Entscheidung wird im Änderungsprotokoll dokumentiert. Bei Ablehnung wird der Antrag zurückgewiesen und der Dienstleister informiert.
Umsetzung: Nach Genehmigung plant der Dienstleister die Durchführung der Änderung. Zuständige Mitarbeiter werden informiert oder hinzugezogen. Die Umsetzung erfolgt termingerecht und nach den vereinbarten Spezifikationen. Während der Umsetzung wird überwacht, ob die Änderung erwartungsgemäß funktioniert und keine unerwarteten Probleme verursacht. Falls erforderlich, werden Anpassungen vorgenommen.
Dokumentation und Abschluss: Nach erfolgreicher Implementierung wird der Änderungsantrag im zentralen Änderungslog erfasst. Ein Abschlussbericht dokumentiert den vorgenommenen Änderungsumfang und die erzielten Ergebnisse. Dieser Bericht wird dem Auftraggeber zur finalen Bestätigung vorgelegt und archiviert. Damit gilt der Änderungsprozess als abgeschlossen.
Rollen und Zuständigkeiten- Dienstleister (Auftragnehmer):
Erarbeitet und reicht Änderungsanträge nach Bedarf ein.
Führt Risikoanalysen und Aufwandsschätzungen durch.
Implementiert genehmigte Änderungen termingerecht.
Dokumentiert alle Schritte im Änderungsprozess und sorgt für Transparenz gegenüber dem Auftraggeber.
Änderungsantragsformular (Vorlage)- Nachfolgend ein Muster des Änderungsantragsformulars:
| Abschnitt | Angaben |
|---|---|
| Antragsnummer | CR-_____ |
| Datum der Anforderung | ____________________________ |
| Antragsteller (Name/Abteilung) | ____________________________ |
| Beschreibung der Änderung | ________________________________________ |
| Begründung für die Änderung | ________________________________________ |
| Auswirkungsanalyse | Kosten: € _____ / Personal: _____ / Zeit: _____ |
| Risikoeinschätzung | ________________________________________ |
| Prüfung durch Dienstleister | ____________________________ |
| Genehmigung (Auftraggeber) | Genehmigt / Abgelehnt – Unterschrift & Datum |
| Umsetzungsnotizen | ________________________________________ |
| Abschlussbestätigung | ____________________________ |
Ablaufdiagramm (Beispiel)
Ein einfaches Ablaufdiagramm zur Veranschaulichung des Änderungsprozesses kann wie folgt aussehen:
Antrag einreichen → Prüfung durch Dienstleister → Genehmigung durch Auftraggeber → Umsetzung → Abschluss & Dokumentation.
(Dieses Diagramm dient nur der Veranschaulichung. Ein detailliertes Flussdiagramm wird im Anhang bereitgestellt.)
Dokumentation und Berichterstattung
Alle Änderungsanträge und deren Status werden in einem zentralen Änderungslogbuch dokumentiert (digital oder analog). Dieses Änderungsprotokoll enthält sämtliche Antragsnummern, Antragsteller, Beschreibungen, Genehmigungen und Abschlussnotizen. Es dient als lückenloser Audit-Trail aller vorgenommenen Änderungen. Um Verfälschung zu verhindern, wird empfohlen, das Änderungslog revisionssicher zu führen (z.B. durch geschützte digitale Dokumentation).
Darüber hinaus erstellt der Dienstleister quartalsweise einen zusammenfassenden Bericht für den Auftraggeber, in dem alle eingegangenen Änderungsanträge und deren Ergebnisse aufgeführt sind. Dieser Bericht dient der Transparenz und der regelmäßigen Überprüfung des Änderungsprozesses.
Kontinuierliche Verbesserung
Der Änderungsmanagement-Prozess wird regelmäßig überprüft und optimiert. Basierend auf gesammelten Erfahrungen (Lessons Learned) und Feedback des Auftraggebers können Prozessschritte angepasst werden, um Effizienz und Flexibilität zu erhöhen. Regelmäßige Schulungen der beteiligten Mitarbeiter unterstützen die Anwendung des Verfahrens. Ziel ist es, den Änderungsantragsprozess fortlaufend zu verbessern und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit bei Anpassungen zu fördern.
Schlussbemerkung
Der Dienstleister bekennt sich zu einem transparenten und strukturierten Umgang mit Änderungen im Leistungsumfang. Dieses Verfahren stellt sicher, dass alle Änderungswünsche sachlich nachvollzogen, angemessen geprüft und nur mit Zustimmung des Auftraggebers umgesetzt werden. Damit werden die hohen Qualitäts- und Vertragsanforderungen an die Empfangs- und Eingangsdienste dauerhaft gewährleistet. Insgesamt ergänzt dieser Änderungsprozess die vertraglichen Bestimmungen und unterstützt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Dienstleister und Auftraggeber.
Unterschriften & Bestätigungen
Für den Dienstleister (Bieter):
Unternehmensname: ___________________________
Name des Bevollmächtigten: ___________________
Position: ___________________________
Unterschrift: ________________________
Datum: ____________________________
Für den Auftraggeber (Auftraggeber):
Unternehmensname: ___________________________
Name des Bevollmächtigten: ___________________
Position: ___________________________
Unterschrift: ________________________
Datum: ____________________________
